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Mietwagen mit Elektroantrieb: Was es zu beachten gilt

Elektromietwagen Howto

Von Max Beck // Aktualisiert: 20.04.2022

Die meisten kennen den Ablauf bei einer Autovermietung: Kreditkarte, Ausweis und Führerschein vorzeigen, Mietvertrag unterschreiben, Schlüssel übernehmen, Auto checken und los geht es. Doch was gibt es beim Mieten eines Elektroautos zu beachten? Was ist hier anders als beim Mieten eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor?


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der Anmietung eines E-Autos sind andere Dinge zu beachten als bei der Anmietung eines Autos mit Verbrennungsmotor.
  • Für die Reise mit dem E-Mietwagen sind die Reichweite, der Ladestand bei Abholung und Rückgabe sowie die Lademöglichkeiten unterwegs entscheidend.
  • Zentrales Zubehör ist das Ladekabel. Dies sollte im Mietwagen unbedingt vorhanden sein, damit du auch an Ladepunkten ohne fest installiertes Kabel laden kannst.

Rechne mit realistischen Reichweiten

Auch wenn viele Elektroautos heute über beeindruckende Reichweiten von bis zu 600 Kilometern verfügen, die vor ein paar Jahren noch gar nicht denkbar schienen, solltest du lieber konservativ kalkulieren, denn: Im Alltagsbetrieb sind die vom Hersteller angegebenen Reichweiten kaum zu erreichen. Einmal zügig überholt, ein bisschen Stop and Go in der Innenstadt, einmal die beeindruckende Beschleunigung getestet – und schon schmilzt die Reichweite dahin. Generell sind hohe Geschwindigkeiten und starke Beschleunigung ineffektiv für den Stromverbrauch. Fahre also lieber ein bisschen langsamer und dafür stetiger, wenn du eine hohe Reichweite erzielen willst.

Darüber hinaus spielt auch das Alter des gemieteten Fahrzeuges eine Rolle. Du kennst es von deinem Smartphone: Mit den Monaten minimiert sich die Kapazität deines Akkus zunehmend. Sollte der Mietwagen also nicht fabrikneu sein, werden die Lithium-Ionen-Zellen nicht mehr 100% ihrer Kapazität erreichen. In der Regel wird das Fahrzeug auch nicht auf die volle Kapazität geladen, das Lademanagement stoppt den Ladestand je nach Konfiguration ein wenig früher, um den Akku zu schonen. Auch das Wetter spielt eine zentrale Rolle: Gerade bei niedrigen Temperaturen im Herbst und Winter ist die Reichweite deutlich minimiert, vor allem wenn das Fahrzeug über kein Thermomanagement verfügt und ungeschützt auf der Straße geparkt wird. Zum Glück zeigt dir ein Elektroauto die geschätzte Reichweite immer an, sodass du gut kalkulieren kannst. Die Bordcomputer vieler modernen Fahrzeuge zeigen dabei auch an, wo sich passende Ladesäulen innerhalb der Reichweite befinden.


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Checke das Zubehör

Es ist ohnehin bei Übergabe eines Mietwagens ein Muss. Checke das Fahrzeug nicht nur auf Schäden an Karosserie und Reifen, sondern auch das Zubehör: Schaue, ob alles wie im Mietvertrag vereinbart vorhanden ist. Neben den Basics wie Warndreieck und Verbandskasten solltest du bei Elektromietwagen vor allem das Ladezubehör in Augenschein nehmen: Ist dieses vollständig? Sind alle benötigten Adapter dabei? Sind die Kabel frei von Schäden? So erlebst du an der Ladesäule keine unliebsame Überraschung. Etwaige Mängel und fehlende Teile solltest du unbedingt melden und schriftlich notieren lassen, sodass es bei der Rückgabe keine Unklarheiten gibt.


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Kläre den Ladestand bei Abholung & Rückgabe

Klassische Mietwagen erhältst du in der Regel vollgetankt. Auch wenn die Ladezeiten von Elektroautos mittlerweile beeindruckend schnell sind, ganz so schnell wie einmal volltanken bei einem Diesel oder Benziner geht es nicht. So kann es bei guter Buchungslage schon einmal passieren, dass du deinen Mietwagen nicht voll geladen übergeben bekommst. Deshalb gilt gerade für längere Fahrten: Kläre unbedingt vor Abholung, wie viel Prozent Ladestand die Autovermietung bei Abholung garantiert! Dann kannst du bequem vorab deine Ladestopps planen und erlebst keine unliebsame Überraschung. In der Regel findest du Informationen auf der Homepage des Anbieters oder in dessen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Beim Mietwagen mit Verbrennungsmotor geht die Fahrt kurz vor Rückgabe in der Regel zur Tankstelle zum einmal volltanken. Und beim Elektromietwagen? Sprich unbedingt mit der Autovermietung, welcher Ladestand bei Rückgabe erwartet wird! Manche erwarten einen Mindestladestand, andere übernehmen das Laden komplett für dich. Auch für die Autovermietung ist das ein wichtiger Punkt, wenn du dich mal in deren Lage hineinversetzt. Hat direkt ein Kunde nach dir gebucht, gibt es eventuell keine Zeit mehr, das Fahrzeug aufzuladen. Wenn du diesen Punkt vorab klärst, schützt du dich auf vor unliebsamen Zusatzkosten.

Informiere dich über Lademöglichkeiten

Auch wenn es mittlerweile eine stattliche Anzahl an Lademöglichkeiten gibt und auf eigentlich allen Strecken in Mitteleuropa immer eine Ladesäule in Reichweite ist: Gerade als Newbie im Bereich Elektromietwagen solltest du dich vorab informieren, wo es Lademöglichkeiten auf deiner geplanten Strecke gibt und worin sich die Angebote unterscheiden. Einerseits ist die Ladeleistung ein gutes Kriterium, sie gibt an, wie schnell dein Auto wieder aufgeladen werden kann – die aber auch von deinem E-Auto unterstützt werden muss. Hierbei unterscheidet man zwischen Schnellladen mit Gleichstrom (DC) und langsamerem Laden mit Wechselstrom (AC). Je nach Ladeleistung der Ladesäule kann die Ladezeit stark variieren, so kann der Ladevorgang an einer AC-Station mit einem Renault Zoe zwischen 2,5 (22 kW) und 4,5 (11 kW) Stunden dauern. Wenn du mit deinem E-Mietwagen eine Langstrecke planst, solltest du darauf achten, dass das E-Auto schnellladefähig ist, denn nicht alle E-Autos verfügen die Option an DC-Stationen zu laden. Andererseits lohnt es sich, die Kosten zu vergleichen, denn hier bestehen teilweise große Unterschiede. Bei manchen Autovermietungen ist glücklicherweise das Laden in einem bestimmten Kilometerkontingent bereits inklusive. Du erhältst von der Autovermietung in diesem Fall eine Ladekarte, mit der du an einem bestimmten Ladenetzwerk laden kannst. Bei manchen Anbietern von Ladesäulen ist auch vorab eine Registrierung notwendig. Es lohnt sich also auf jedem Fall, sich vorab mit dem Thema Laden zu beschäftigen.


Wie du an öffentlichen Ladesäulen lädst und welche Apps hilfreich sind und dir beispielsweise bei der Suche nach Ladestationen helfen, erfährst du in in weiteren Ratgeber-Artikeln.

Nutze die Rekuperation

Die allermeisten Elektrofahrzeuge benutzen die sogenannte Rekuperation. Dabei geht es um die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Du kannst dir das vereinfacht wie bei einem Fahrraddynamo vorstellen. Sobald du vom Gaspedal gehst, wirst du bei E-Autos mit Rekuperation merken, wie das Fahrzeug ganz leicht abbremst. Die Stärke der Rekuperation lässt sich sogar bei einigen Fahrzeugen einstellen. Der Vorteil: Bist du einmal mit dem System vertraut, wirst du die Bremse deutlich weniger brauchen als du es von einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gewöhnt bist – das Bauteil wird weniger verschlissen. Beim Verzögern mittels Rekuperation gewinnst du jedes Mal Energie zurück, die gut für deine Reichweite ist. Du wirst sehen: Mit der Zeit kommt dir das ganz normal vor und du wirst die Bremse nur noch in Notfällen und zum schnellen Verzögern benutzen.

Berücksichtige die geringe Lautstärke

Elektroautos sind vor allem eines – leise. Auch wenn laut einer EU-Verordnung für neue Fahrzeuge seit 2019 ein Soundgenerator bei niedrigen Geschwindigkeiten zum Fußgängerschutz vorgeschrieben ist, klingt ein E-Auto von außen immer noch deutlich leiser als eines mit Verbrennungsmotor. Das hat einerseits den Vorteil einer extremen Ruhe im Innenraum. Für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer bist du aber nicht mehr so gut zu hören. Denke als immer daran und fahre vorausschauend! Menschen sind heutzutage noch nicht an derart leise Autos gewöhnt. Fahre also stets umsichtig und langsam und rechne damit, dass dich nicht jeder hört, wenn du um die Ecke gleitest.


Wenn es doch einmal schiefgehen sollte und du mit dem E-Mietwagen in einen Unfall verwickelt wirst, erfährst du in unserem Ratgeber, wie du vorgehen solltest.

Fahrweise anpassen

Es ist nicht nur ratsam, die Rekuperation zu nutzen und umsichtig zu fahren, sondern auch seine Fahrweise in anderen Punkten anzupassen. So gibt es beim E-Auto einige Besonderheiten, die du kennen solltest.

  • Das Herzstück des Elektroautos, die Batterie, ist häufig im Unterboden verbaut und so sollte man besonders stark darauf achten, keine Unterbodenschäden zu verursachen.
  • Hinzu kommt, dass das E-Auto direkt losrollt, sobald man den Fuß von der Bremse nimmt.
  • Bei vielen E-Autos wird automatisch die Handbremse aktiviert, wenn man den Start-Stopp-Knopf drückt.
  • Elektroautos dürfen aufgrund der erhöhten Brandgefahr niemals Starthilfe geben oder fremdgestartet werden. Wenn du mit dem Elektroauto liegen bleibst, solltest du die Autovermietung und gegebenenfalls den Pannenservice kontaktieren.


Wie du dich verhältst, wenn du mit dem Elektroauto liegen bleibst, erfährst du in einem weiteren Ratgeber-Artikel!

Sprich mit den Mitarbeitern

Eigentlich banal, aber: Sprich mit den Mitarbeitern der Autovermietung vor Ort! Du hast die Experten direkt bei der Abholung vor dir. Sie sind bestimmt genauso begeistert von Elektromobilität wie du und geben dir bestimmt wertvolle Tipps. Gerade als Newbie im Bereich Elektromietwagen wird dir mit Sicherheit gerne geholfen: Von der Einweisung ins Fahrzeug, über die Erklärung wie das Laden funktioniert bis hin zu wertvollen Praxistipps. Scheue dich nicht Fragen zu stellen: Vieles ist zwar gleich wie bei herkömmlichen Mietwagen, einiges jedoch – wie dir dieser Infoartikel gezeigt hat – auch anders. Und schon beim zweiten Mieten eines E-Autos wird dir die neue Art der Fortbewegung ganz normal vorkommen!

Über den Autor:

Max ist Gründer und Geschäftsführer von emiwa. Seine Leidenschaften für Elektromobilität und Journalismus kann er in unserem hauseigenen Ratgeber perfekt ausleben. Oft findet man ihn am Wochenende bei einem Ausflug mit dem Elektroauto – am liebsten in den Bergen oder an einem See.

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