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Ladeflatrates für Elektroautos

E-Autos beim Laden

Von Johanna Riedl // Aktualisiert: 15.12.2021

Es ist etwas was nahezu jeder kennt der ein E-Auto fährt: Lange Fahrten erfordern Planung von Ladevorgängen und Recherche zu Ladestationen, vor allem weil das Ladesäulen-Netz oft noch nicht dicht genug ausgebaut ist. Dazu kommen noch variierende Preise der jeweiligen Ladesäulen-Anbieter, was besonders für Vielfahrer schnell teuer werden kann. Doch neue Angebote können jetzt Abhilfe schaffen: Ladeflatrates scheinen ein vielversprechendes Konzept zu sein, um Fahrten mit E-Autos deutlich entspannter und flexibler zu machen. Was genau dahintersteckt liest du hier!


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ladeflatrates ermöglichen E-Auto Fahrern flexibles Laden für einen Pauschalbetrag pro Monat.
  • Ein besonderer Vorteil von Ladeflatrates ist es, dass Kunden meist von einem breiten Netz an Ladesäulen-Anbietern profitieren können, anstatt sich nur auf einen Anbieter festlegen zu müssen.
  • Als Kunde kannst du je nach Anbieter aus unterschiedlichen Flatrate-Tarifen wählen. So lässt sich das benötigte Paket oft nach beispielsweise Autoklasse oder Wunschregion zusammenstellen.

Ladeflatrates versus Ladekarten

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, den Strom für dein E-Auto zu bezahlen. Eine weit verbreitete Möglichkeit ist ein Ladetarif, bei dem ein fixer Preis pro geladener kWh vom Anbieter festgelegt wird. Nutzen kann man diesen Tarif dann durch eine Ladekarte des jeweiligen Anbieters.

Um auch im Ausland das eigene E-Auto laden zu können, gibt es das sogenannte Lade-Roaming. So kannst du als Kunde die Ladesäulen ausländischer Partner deines jeweiligen Anbieters zu den gleichen Konditionen wie im Inland nutzen.


In unserer Übersicht zum Thema Ladekarten und Ladetarife zeigen wir dir, wie du eine passende Ladekarte findest!

Der neueste Trend zeigt jedoch, dass viele Ladetarife nun in ihren Kosten steigen. Eine Alternative bieten Ladeflatrates, die wir dir hier vorstellen möchten.


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Was ist eine Ladeflatrate?

Flatrates sind in anderen Bereichen schon weit verbreitet. Ein klassisches Beispiel ist der Mobilfunkvertrag mit unbegrenzten Freiminuten für einen fixen Betrag im Monat oder natürlich das Spotify- und Netflix-Abo. Das Konzept lässt sich so eigentlich auch genauso auf das Laden eines E-Autos übertragen. Pro Monat oder Jahr zahlt man einen Pauschalbeitrag und kann dann prinzipiell so viel Laden wie man möchte.

Doch für wen macht dieses Konzept Sinn? Ladeflatrates eignen sich primär natürlich besonders für E-Auto Besitzer ohne eigene Lademöglichkeit, die also auf die Nutzung öffentlicher Ladestationen angewiesen sind. Da Flatrates oft von unabhängigen Anbietern kommen, profitieren Kunden meist auch von einem breiten Netz aus Ladestationen verschiedener Partner. Das erleichtert vor allem auf langen Strecken oder in fremden Orten die Suche nach Ladestationen und gibt Flexibilität.

Wie die ganze E-Auto Branche erlebt natürlich auch die Welt der Ladeflatrates einen rasanten Aufschwung und die Landschaft der Anbieter entwickelt sich ständig weiter. Im Folgenden haben wir dir eine Übersicht über die relevantesten Anbieter von Ladeflatrates zusammengestellt (Stand 12/2021).


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Ladeflatrates für Europa

Jucr

Jucr ist ein Start-Up aus Berlin, das aber auch außerhalb Deutschlands aktiv ist. Durch Partnerschaften mit Anbietern wie Ionity, EnBW, Allego, Innogy und beinahe jeglichen Stadtwerken ermöglicht Jucr seinen Kunden Zugang zu über 250.000 Ladepunkten in ganz Europa.

Als Kunde kannst du hier zwischen zwei Flatrate-Tarifen wählen: Der City-Tarif bietet für 49,99€ pro Monat Zugang zu AC-Ladestationen in städtischen Räumen. Möchte man zusätzlich auch an Autobahnen laden können, bietet sich der Freedom-Tarif an, der für 99,00€ pro Monat auch Schnellladen (DC) ermöglicht. Für mehr Flexibilität können die Tarife jederzeit gekündigt oder geändert werden.

Um die Bedienung von Ladestationen zu einfach wie möglich zu gestalten, hat Jucr eine „one-touch-charging“ Technologie entwickelt, mit der das Laden durch einen Klick in der eigens entwickelten App gestartet werden kann. Die App dient außerdem dazu Ladestationen zu finden und benachrichtigt Kunden beispielsweise wenn eine Ladestation frei geworden ist.

Direkt zu Jucr

Elvah

Ein weiteres deutsches Start-Up im Bereich der Ladeflatrates ist Elvah. Die App ermöglicht flexibles Laden in ganz Deutschland sowie in über 30 weiteren Ländern, was in circa 200.000 Lademöglichkeiten resultiert. Auch bei Elvah profitierst du als Kunde von einem großen Netzwerk an Partnern wie EnBW, IONITY und EON. Die Berechnung der Kostenpauschale erfolgt bei Elvah über die Fahrzeugklasse. Mit einem kleinen Elektroauto kann man so zum Beispiel schon ab 89€ pro Monat laden. Für ein Auto der Klasse L müsste man 199€ monatlich zahlen. Jede bei Elvah abgeschlossene Ladeflatrate ist für ein Auto gültig und kann monatlich gekündigt werden.

Auch für Wenigfahrer bietet Elvah eine Alternative zu Ladekarten: Mit sogenannten "Ladepaketen“ profitierst du trotzdem vom großen Netz unterschiedlichster Partner, zahlst aber pro verbrauchten 25 kWh monatlich.

Wie Jucr setzt auch Elvah auf eine „App only“ Benutzung ohne Ladekarte. Durch die App kannst du als Kunde Ladesäulen suchen, finden und den Tankvorgang starten.

Direkt zu Elvah

easygreenenergy

Auch in Österreich finden sich immer mehr Anbieter für Ladeflatrates. Eine Möglichkeit die Ladeflatrate sehr individuell zu gestalten, bietet easygreenenergy. Hier kann man aus vier Paketen mit unterschiedlichen kWh-Kontingenten wählen, was am besten zum eigenen geschätzten monatlichen Verbrauch passt. Außerdem bietet der Anbieter aus der Steiermark die Möglichkeit die Pakete weiter nach den eigenen Bedürfnissen auszustatten. So kannst du als Kunde zum Beispiel festlegen, ob du nur an den rund 700 Ladestationen in der Steiermark, den circa 3.500 Ladesäulen in Österreich oder den rund 15.000 Ladestationen europaweit im Netz von beispielsweise BEÖ-Netz und SMATRICS laden möchtest.

Zusätzlich kannst du dein Paket auch mit Schnellladefunktion ausstatten oder vom Online Bonus profitieren. Auf Basis deiner Bedürfnisse und Einstellungen errechnet sich dann dein monatlicher Pauschalpreis, zu dem du in deiner festgelegten Region laden kannst. Wenn du zum Beispiel monatlich nicht mehr als 100 kWh laden musst und nur in der Steiermark unterwegs bist, kannst du schon ab 19,99€ pro Monat starten. Die Pakete können monatlich gewechselt oder gekündigt werden. Auch easygreenenergy bietet Kunden eine eigene App an, um vom Ladenetzwerk zu profitieren. Wenn man möchte kann man hier aber auch eine physische Ladekarte bestellen.

Direkt zu easygreenenergy

Ladeflatrates für Deutschland

Für Vielfahrer, die oft im ganzen Land oder über Grenzen hinaus in ganz Europa unterwegs sind, bietet die aufgeführten Anbieter viele Vorteile. Jedoch kann das auch leicht ein Über-Angebot darstellen. Wem das zu viel ist kann einen genaueren Blick auf regional begrenztere Angebote werfen. Möchtest du zum Beispiel nur in Deutschland laden, könnten für dich die nächsten zwei Anbieter interessant sein.

EWR: AutostromFlat

Beim Energieversorger EWR kann man für 25€ pro Monat von allen Ladesäulen im Innogy-eRoaming Verbunds profitieren. Bis zu 1000 kWh pro Jahr können damit an circa 4.900 Ladepunkten in ganz Deutschlang geladen werden, danach rechnet der Energieversorger auf Basis eines Tarifs von 40 Cent/kWh ab. Als Kunde findet man die teilnehmenden Ladesäulen ganz einfach in der standardisierten eCharge+ App, die auch von anderen Anbietern verwendet wird. Ein Pluspunkt bei der Flatrate: Es wird nicht zwischen Schnelladen und Wechselstromladen unterschieden, allerdings kann der Vertrag hier anders als zu den oben genannten Angeboten nur jährlich gekündigt werden. Auch sind zurzeit überwiegend Ladepunkte in Deutschland verfügbar, der europaweite Ausbau ist aber im Gange.

LEW: Autostrom Pass Regional

Auch LEW bietet mit dem „Autostrom Pass Regional“ ein ähnliches Angebot. Für einen etwas höheren Betrag pro Monat (29,99€) können hier bis zu 1.020 kWh pro Jahr geladen werden. Auch hier wird danach auf kWh-Basis abgerechnet, bei LEW fallen dann 42 Cent pro kWh an. Auch die LEW Ladeflarate kann man einfach durch die eCharge+ App benutzen, allerdings nur für eigene Ladesäulen der LEW. Falls du schon Kunde bei LEW bist, bekommst du außerdem einen Treuebonus auf den monatlichen Pauschalpreis und, anders als beim Anbieter EWR, ist die Ladeflatrate monatlich kündbar.

Regionale Ladeflatrates

Die bis hier aufgeführten Lateflatrates suggerieren leicht, dass Ladeflatrates nur dann Sinn machen, wenn man als ElektroautofahrerIn viel in unterschiedlichsten Gebieten unterwegs ist. Das ist aber nicht der Fall! Neben den Anbietern, die größere Gebiete wie Deutschland oder Europa abdecken, gibt es natürlich auch Angebote, die regional begrenzt sind.

Es bietet sich immer an beim lokalen Stromanbieter nachzufragen, da auch hier der Trend aufkommt und immer mehr Angebote vorhanden sind. So bietet ELE zum Beispiel die „stromFlat Mobil“ für die Gebiete Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck an. Das Saarland wiederum wird zum Beispiel unter anderem von der „Autostrom Deutschlandflat“ von Energis abgedeckt. Auch auf noch lokalerer Ebene finden sich immer mehr Ladeflatrates, hier ist unser Tipp sich einfach bei den lokalen Stadtwerken über passende Angebote zu informieren!

Häufig gestellte Fragen

Jucr, elvah und easygreenenergy sind empfehlenswerte Anbieter für Ladeflatrates, da sie flexibel buchbar und europaweit nutzbar sind. Mehr dazu findest du in diesem Artikel.

Der Preis für eine Ladeflatrate hängt von vielen Faktoren, wie zum Beispiel dem Auto für die die Flatrate gelten soll, oder die Region, in der die Flat nutzbar sein soll, ab. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und natürlich passende Preise findest du in diesem Artikel.

Über die Autorin:

Johanna ist das neueste Mitglied von emiwa. Passend zu Ihrem Marketing-Studium begeistert Sie sich für jegliche Art von kreativen Lösungen, vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität. Für unseren hauseigenen Ratgeber ist sie immer auf der Suche nach den neuesten und spannendsten Themen.

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