Bitte Stadt auswählen!

Ladeflatrates für Elektroautos

E-Autos beim Laden

Von Johanna Riedl // Aktualisiert: 01.09.2022

Es ist etwas, was nahezu jeder kennt, der ein E-Auto fährt: Lange Fahrten erfordern Planung von Ladevorgängen und Recherche zu Ladestationen, vor allem weil das Ladesäulen-Netz oft noch nicht dicht genug ausgebaut ist. Dazu kommen noch variierende Preise der jeweiligen Ladesäulen-Anbieter, was besonders für Vielfahrer schnell teuer werden kann. Doch neue Angebote können jetzt Abhilfe schaffen: Ladeflatrates scheinen ein vielversprechendes Konzept zu sein, um Fahrten mit E-Autos deutlich entspannter und flexibler zu machen. Was genau dahintersteckt liest du hier!


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ladeflatrates ermöglichen E-Auto Fahrern flexibles Laden für einen Pauschalbetrag pro Monat.
  • Ein besonderer Vorteil von Ladeflatrates ist es, dass Kunden meist von einem breiten Netz an Ladesäulen-Anbietern profitieren können, anstatt sich nur auf einen Anbieter festlegen zu müssen.
  • Als Kunde kannst du je nach Anbieter aus unterschiedlichen Flatrate-Tarifen wählen. So lässt sich das benötigte Paket oft nach beispielsweise Autoklasse oder Wunschregion zusammenstellen.

Ladeflatrates versus Ladekarten

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den Strom für dein E-Auto zu bezahlen. Eine weit verbreitete Möglichkeit ist ein Ladetarif, bei dem ein fixer Preis pro geladener kWh vom Anbieter festgelegt wird. Nutzen kann man diesen Tarif dann durch eine Ladekarte des jeweiligen Anbieters.

Um auch im Ausland das eigene E-Auto laden zu können, gibt es das sogenannte Lade-Roaming. So kannst du als Kunde die Ladesäulen ausländischer Partner deines jeweiligen Anbieters zu den gleichen Konditionen wie im Inland nutzen.


In unserer Übersicht zum Thema Ladekarten und Ladetarife zeigen wir dir, wie du eine passende Ladekarte findest!

Eine innovative Alternative bieten Ladeflatrates, die wir dir hier vorstellen möchten.


Du möchtest immer up to date bleiben?

Dann folge doch unserem brandneuen Instagram-Channel!


Zu Instagram

Was ist eine Ladeflatrate?

Flatrates sind in anderen Bereichen schon weit verbreitet. Ein klassisches Beispiel ist der Mobilfunkvertrag mit unbegrenzten Freiminuten für einen fixen Betrag im Monat oder natürlich das Spotify- und Netflix-Abo. Das Konzept lässt sich so eigentlich auch genauso auf das Laden eines E-Autos übertragen. Pro Monat oder Jahr zahlt man einen Pauschalbeitrag und kann dann prinzipiell so viel laden wie man möchte. Im Kontrast hierzu gibt es Volumentarife, bei denen du auch monatlich einen gewissen Betrag zahlst, der aber gekoppelt ist an eine Ladeleistung pro Monat. So zahlst du beispielsweise 20 € im Monat und kannst hierfür jeden Monat 50 kW laden.

Doch für wen macht dieses Konzept Sinn? Ladeflatrates eignen sich primär natürlich besonders für E-Auto Besitzer ohne eigene Lademöglichkeit, die also auf die Nutzung öffentlicher Ladestationen angewiesen sind. Da Flatrates oft von unabhängigen Anbietern kommen, profitieren Kunden meist auch von einem breiten Netz aus Ladestationen verschiedener Partner. Das erleichtert vor allem auf langen Strecken oder in fremden Orten die Suche nach Ladestationen und gibt Flexibilität.

Wie die ganze E-Auto-Branche erlebt natürlich auch die Welt der Ladeflatrates einen rasanten Aufschwung und die Landschaft der Anbieter entwickelt sich ständig weiter. Im Folgenden haben wir dir eine Übersicht über die relevantesten Anbieter von Ladeflatrates und Volumentarifen zusammengestellt (Stand 03/2022).


Du möchtest selbst ein E-Auto fahren?

Kein Problem! Mit emiwa.de kannst du ganz einfach Mietwagen mit Elektroantrieb finden und Angebote vergleichen. Erlebe mit uns die Transformation zur Elektromobilität!

Jetzt E-Auto mieten

Ladeflatrates und Volumentarife für Europa

Jucr

Jucr ist ein Start-up aus Berlin, das aber auch außerhalb Deutschlands aktiv ist. Durch Partnerschaften mit Anbietern wie Ionity, EnBW, Allego, Innogy und beinahe jeglichen Stadtwerken ermöglicht Jucr seinen Kunden Zugang zu über 250.000 Ladepunkten in ganz Europa.

Als Kunde kannst du hier zwischen drei Flatrate-Tarifen wählen: Der Starter-Tarif ist das flexible Einsteigerpaket und ermöglicht es dir 50 kWh pro Monat zu laden. Für 19,99€ im Monat kannst du sowohl AC-Stationen als auch DC-Stationen nutzen. Der maximale Ladezyklus beträgt 120 Minuten. Das Gute ist, dass du flexibel weitere Addons und zusätzliches Ladevolumen dazu buchen kannst. Der City-Tarif bietet für 49,99€ pro Monat Zugang zu AC-Ladestationen in städtischen Räumen. Hier bekommst du 125 kWh Ladevolumen pro Monat und kannst wie beim Starter-Tarif weitere Addons und weiteres Ladevolumen dazu buchen. Möchte man zusätzlich auch an Autobahnen laden können, bietet sich der Freedom-Tarif an, der für 79,99€ pro Monat auch Schnellladen (DC) ermöglicht. Hier bekommst du ein monatliches Ladevolumen von 150 kWh und der maximale Ladezyklus beträgt 240 Minuten. Auch hier kannst du weiteres Ladevolumen und zusätzliche Addons hinzufügen. Für mehr Flexibilität können die Tarife jederzeit gekündigt oder geändert werden. Beide Tarife ermöglichen es dir europaweit zu laden.

Um die Bedienung von Ladestationen zu einfach wie möglich zu gestalten, hat Jucr eine „one-touch-charging“ Technologie entwickelt, mit der das Laden durch einen Klick in der eigens entwickelten App gestartet werden kann. Die App dient außerdem dazu, Ladestationen zu finden und benachrichtigt Kunden beispielsweise, wenn eine Ladestation frei geworden ist.

Die Ladeflatrate von Jucr eignet sich insbesondere für Personen, die viel unterwegs sind und mit ihrem Elektroauto auch ins europäische Ausland reisen.

Direkt zu Jucr

Elvah

Ein weiteres deutsches Start-up im Bereich der Ladeflatrates ist Elvah. Die App ermöglicht flexibles Laden in ganz Deutschland sowie in über 30 weiteren europäischen Ländern, was in circa 200.000 Lademöglichkeiten resultiert. Auch bei Elvah profitierst du als Kunde von einem großen Netzwerk an Partnern wie EnBW, IONITY, EON und einigen mehr.

Elvah bietet drei verschiedene Tarife an, zwischen denen du dich entscheiden kannst. Dabei kannst du auf der Website einfach nachschauen, wie hoch die Reichweite für jeden Tarif circa ist. Der Tarif elvah S bietet dir 10 kWh pro Monat für 5 € und eignet sich eher für Wenigfahrer. Bei diesem Tarif sind keine Pannenhilfe und Premium-Mobilitätsleistungen enthalten. Bei einem Tesla Model 3 entspricht das etwa einer Reichweite von 71 km.

Beim Tarif elvah M zahlst du 50 € pro Monat und kannst 90 kWh laden. Hier ist eine Soforthilfe bei Pannen mit inbegriffen. Mit diesem Tarif kommst du mit einem Tesla Model 3 etwa 636 km weit. Im Tarif L kannst du 180kWh pro Monat laden. Das kostet dich 100 € im Monat. Dafür sind auch Soforthilfe bei Pannen und Premium-Mobilitätsleistungen mit inbegriffen. Mit einem Tesla Model 3 kommst du mit diesen 180 kWh rund 1300 km weit. Dieser Tarif eignet sich insbesondere für Vielfahrer.

Falls dein Kilowattstunden-Kontingent allerdings nicht ausreicht ist das kein Problem, dir bleiben die Vorteile beibehalten und du kannst einfach „normal“ an Ladestationen laden. Zudem werden dir nicht genutzte Kilowattstunden auf ein Energiekonto gut geschriebene und du kannst die nicht benutzen Kilowattstunden zu einem späteren Zeitpunkt laden. Wie Jucr setzt auch Elvah auf eine „App only“ Benutzung ohne Ladekarte. Durch die App kannst du als Kunde Ladesäulen suchen, finden und den Ladevorgang starten.

Direkt zu Elvah

easygreenenergy

Auch in Österreich finden sich immer mehr Anbieter für Ladeflatrates. Eine Möglichkeit, die Ladeflatrate sehr individuell zu gestalten, bietet easygreenenergy. Hier gibt es zwei verschiedene Varianten: Entweder du wählst den Tarif go Charge flex oder den Tarif go Charge fix. Beim Tarif go Charge flex gibst du einen geschätzten Kilometerverbrauch pro Monat an und zahlst 0,05 € pro geladene Minute. Dies eignet sich insbesondere für Wenigfahrer (bis circa 160 km/Monat).

Hier kann man aus vier Paketen mit unterschiedlichen kWh-Kontingenten wählen, was am besten zum eigenen geschätzten monatlichen Verbrauch passt. Außerdem bietet der Anbieter aus der Steiermark die Möglichkeit, die Pakete weiter nach den eigenen Bedürfnissen auszustatten. So kannst du als Kunde zum Beispiel festlegen, ob du nur an den rund 700 Ladestationen in der Steiermark, den circa 3.500 Ladesäulen in Österreich oder den rund 15.000 Ladestationen europaweit im Netz von beispielsweise BEÖ-Netz und SMATRICS laden möchtest.

Zusätzlich kannst du dein Paket auch mit Schnellladefunktion ausstatten oder vom Online Bonus profitieren. Auf Basis deiner Bedürfnisse und Einstellungen errechnet sich dann dein monatlicher Pauschalpreis, zu dem du in deiner festgelegten Region laden kannst. Wenn du zum Beispiel monatlich nicht mehr als 100 kWh laden musst und nur in der Steiermark unterwegs bist, kannst du schon ab 19,99€ pro Monat starten. Wenn du aber das XL Paket wählst und europaweit laden möchtest sowie die Schnelllademöglichkeit dazu buchst, kostet dich der Tarif knapp 330 €. Die Pakete können monatlich gewechselt oder gekündigt werden. Auch easygreenenergy bietet Kunden eine eigene App an, um vom Ladenetzwerk zu profitieren. Wenn man möchte, kann man hier aber auch eine physische Ladekarte bestellen.

Direkt zu easygreenenergy

Ladeflatrates und Volumentarife für Deutschland

Für Vielfahrer, die oft im ganzen Land oder über Grenzen hinaus in ganz Europa unterwegs sind, bietet die aufgeführten Anbieter viele Vorteile. Jedoch kann das auch leicht ein Über-Angebot darstellen. Wem das zu viel ist, kann einen genaueren Blick auf regional begrenzte Angebote werfen. Möchtest du zum Beispiel nur in Deutschland laden, könnten für dich die nächsten zwei Anbieter interessant sein.

EWR: AutostromFlat

Beim Energieversorger EWR kann man für 25€ pro Monat von allen Ladesäulen im Innogy-eRoaming Verbunds profitieren. Bis zu 1000 kWh pro Jahr können damit an circa 4.900 Ladepunkten in ganz Deutschlang geladen werden, danach rechnet der Energieversorger auf Basis eines Tarifs von 40 Cent/kWh ab. Als Kunde findet man die teilnehmenden Ladesäulen ganz einfach in der standardisierten eCharge+ App, die auch von anderen Anbietern verwendet wird. Ein Pluspunkt bei der Flatrate: Es wird nicht zwischen Schnelladen und Wechselstromladen unterschieden, allerdings kann der Vertrag hier anders als zu den oben genannten Angeboten nur jährlich gekündigt werden. Auch sind zurzeit überwiegend Ladepunkte in Deutschland verfügbar, der europaweite Ausbau ist aber im Gange.

LEW: Autostrom Pass Regional

Auch LEW bietet mit dem „Autostrom Pass Regional“ ein ähnliches Angebot. Für einen etwas höheren Betrag pro Monat (29,99€) können hier bis zu 1.020 kWh pro Jahr geladen werden. Auch hier wird danach auf kWh-Basis abgerechnet, bei LEW fallen dann 42 Cent/kWh an. Die LEW Ladeflarate kann man einfach über die eCharge+ App nutzen, allerdings nur für eigene Ladesäulen der LEW. Falls du schon Kunde bei LEW bist, bekommst du außerdem einen Treuebonus auf den monatlichen Pauschalpreis und, anders als beim Anbieter EWR, ist die Ladeflatrate monatlich kündbar.

Regionale Ladeflatrates

Die bis hier aufgeführten Lateflatrates suggerieren leicht, dass diese nur dann Sinn ergeben, wenn man als Elektroautofahrer viel in unterschiedlichsten Gebieten unterwegs ist. Das ist aber nicht der Fall! Neben den Anbietern, die größere Gebiete wie Deutschland oder Europa abdecken, gibt es natürlich auch Angebote, die regional begrenzt sind.

Es bietet sich immer an beim lokalen Stromanbieter nachzufragen, da auch hier der Trend aufkommt und immer mehr Angebote vorhanden sind. So bietet ELE zum Beispiel die „stromFlat Mobil“ für die Gebiete Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck an. Das Saarland wiederum wird zum Beispiel unter anderem von der „Autostrom Deutschlandflat“ von Energis abgedeckt. Auch auf noch lokalerer Ebene finden sich immer mehr Ladeflatrates, hier ist unser Tipp sich einfach bei den lokalen Stadtwerken über passende Angebote zu informieren!

Leider bieten die großen Städte Berlin, Hamburg, Köln und München keine eigenen Ladeflatrates an, allerdings haben die Stadtwerke oft eigene Preise und Ladekarten.


Wenn du dich eher für Ladekarten interessierst, solltest du in diesen Ratgeberartikel reinlesen!

Hier sind einige Beispiele für Stadtwerke, die regionale Ladeflatrates anbieten:

Zudem gibt es einige Anbieter, die mit verschiedenen Stadtwerken zusammenarbeiten. Hierfür gibst du auf der Website einfach deine Postleitzahl ein und schaust, ob es eine Ladeflatrate in deiner Umgebung gibt. Das kannst du beispielsweise machen bei EWE oder bei ELE Stromfix mobil.

Häufig gestellte Fragen

Jucr, elvah und easygreenenergy sind empfehlenswerte Anbieter für Ladeflatrates, da sie flexibel buchbar und europaweit nutzbar sind. Mehr dazu findest du in diesem Artikel.

Der Preis für eine Ladeflatrate hängt von vielen Faktoren, wie zum Beispiel dem Auto, für die die Flatrate gelten soll, oder die Region, in der die Flat nutzbar sein soll, ab. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und natürlich passende Preise findest du in diesem Artikel.

Mit einer Ladeflatrate kannst du für einen monatlichen Pauschalbetrag dein E-Auto so oft laden, wie du möchtest. Eine Ladeflatrate ist vergleichbar mit einer Handyflatrate. Es gilt jedoch, die genauen Bedingungen der Anbieter zu studieren. Alle Infos findest du im Artikel!

Über die Autorin:

Johanna Riedl war bis 2022 Redakteurin im hauseigenen Ratgeber von emiwa.

Das könnte dich auch interessieren:

Elektroauto

01.09.2022

Ladekarten-Vergleich – alle Anbieter, Apps und Preise

Geldscheine

01.09.2022

Elektroauto-Förderung in Österreich

Elektroauto kostenlos laden

01.09.2022

Elektroauto kostenlos laden