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Elektroauto-Förderung in Österreich

Geldscheine

Von Birte Leonhardt // Aktualisiert: 21.03.2022

Der Kauf eines Elektroautos wird mittlerweile in zahlreichen Staaten großzügig unterstützt, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Auch in Österreich werden üppige Zuschüsse für Elektroauto-Fahrer angeboten, sowohl für die Anschaffung eines E-Autos als auch für die Errichtung von Ladeinfrastruktur. In unserem großen Ratgeber erfährst du alles, was du zur finanziellen Förderung von Elektromobilität in Österreich wissen musst!


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die staatliche Förderung unterstützt den Kauf einer privaten Wallbox, eines Elektroautos oder auch den Kauf von anderen elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.
  • Die staatliche Förderung gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen.
  • Fast jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme, für die man sich zusätzlich bewerben kann.

Bis vor wenigen Jahren war der Kauf eines Elektroautos eine teure Angelegenheit, denn die Technologie war neu und es gab keine finanzielle Unterstützung seitens der Regierungen. Dies hat sich inzwischen gewandelt, was besonders an zwei Gründen liegt. Einerseits verringern sich die Preise für Neuwagen durch die zunehmende Konkurrenz im Markt und die rasch ansteigenden Produktionsmengen teils deutlich, andererseits gibt es immer üppigere staatliche Zuschüsse zum Kauf eines Elektroautos und der Errichtung von Ladeinfrastruktur, mit denen die Käufer zum Umstieg auf E-Mobilität angeregt werden sollen. Immer mehr Länder (wie beispielsweise auch Deutschland) setzen also auf klimafreundliche Mobilität und ebnen somit den Weg für eine nachhaltigere Zukunft. Wenn du dich für den Kauf eines E-Autos oder die Errichtung einer (privaten oder öffentlichen) Ladesäule interessiert und in Österreich wohnst, solltest du dir also unbedingt im Vorhinein Gedanken über die Förderungsbedingungen und -details machen.


In einem separaten Artikel erklären wir dir alles über die Elektroauto-Förderung in Deutschland!

Staatliche Förderung von Elektroautos für Privatpersonen

Österreich hat ein klares Ziel für die nächsten Jahre, nämlich die Dekarbonisierung des Verkehrssystems weiter voranzufahren. Um das zu erreichen, wurde eine Förderungsaktion für E-Mobilität ins Leben gerufen. Diese Förderung ist nicht nur auf E-PKW festgelegt, sondern unterstützt auch die Anschaffung von E-Mopeds, E-Motorrädern, E-Lastenrädern und E-Leichtfahrzeugen.

Hinweis: Für 2021 wurde die Förderung durch Ausschöpfung der Mittel zum 12.02.2022 erfolgreich beendet. Somit ist keine Neuregistrierung mehr möglich. Hat man sich aber schon über die Online-Plattform registriert, so kann eine Antragstellung noch vorgenommen werden. Hierfür wurde ein individualisierter Zugangslink übermittelt, welcher 24 Wochen ab Registrierung gültig ist. Innerhalb dieser Frist muss die Lieferung, Bezahlung und Zulassung des zu fördernden Fahrzeugs oder der Ladeinfrastruktur und die Antragstellung über die Online-Plattform erfolgen.

Auch 2022 wird die Förderaktion des österreichischen Staats fortgeführt. Gefördert wird auch 2022 sowohl die Anschaffung von E-PKWs der Klassen M1 und N1, sowie E-Transporträder, E-Mopeds, E-Motorräder, E-Leichtfahrzeuge und die notwendige E-Ladeinfrastruktur. E-Fahrräder werden explizit nicht gefördert.

Es wird sowohl die Anschaffung eines batterieelektrischen Fahrzeugs als auch die Anschaffung eines E-Autos auf der Basis von Brennstoffzellen weiterhin mit insgesamt 5.000 Euro gefördert. Da allerdings Brennstoffzellenfahrzeuge im Alltag eine verschwindend geringe Verbreitung haben und es hierfür kaum Angebote am Markt gibt, steht insbesondere die Förderung batterieelektrischer Fahrzeuge im Mittelpunkt. Bei Plug-in-Hybriden beträgt die Förderung weiterhin 2.500 Euro. Wenn du dich aber für den Kauf eines neuen Autos interessierst, empfehlen wir von emiwa.at die Anschaffung eines rein elektrischen Fahrzeugs. Elektroautos werden auf dem Markt immer präsenter und sind deutlich umweltfreundlicher als Plug-in-Hybride.

Generell ist bei der Förderung zu E-PKWs zu beachten, dass die vollelektrische Reichweite des E-Autos mindestens 50 km betragen muss, damit es förderungsfähig ist. Außerdem darf der Brutto-Listenpreis des zu fördernden E-Autos 60.000 Euro nicht überschreiten. Für die Förderung ist zudem wichtig, dass das E-Auto (und die zugehörige Ladeinfrastruktur) mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden müssen, damit die Förderung genehmigt werden kann.

Die Förderung eines E-Transportrads ist 2022 auf 900 Euro gesunken, für E-Mopeds stehen weiterhin 800 Euro zur Verfügung. Die Förderung von E-Motorrädern variiert 2022 je nach Fahrzeugklasse. Für L3e Motorräder kleiner als 11 KW steht eine Förderung von 1200 Euro zur Verfügung, für L3e Motorräder größer als 11 KW gibt es sogar 1900 Euro Förderung. E-Leichtfahrzeuge werden weiterhin mit 1300 Euro gefördert

Zu beachten ist jedoch immer, dass die Förderung auf 50 % der umweltrelevanten Investitionskosten begrenzt ist und somit auch geringer als die eigentliche Förderungspauschale ausfallen kann.

Förderung beim Kauf einer privaten Wallbox

Nicht nur die Anschaffung eines Elektroautos wird vom österreichischen Staat finanziell unterstützt, sondern auch die Lademöglichkeiten für zu Hause. Denn wenn man ein E-Auto besitzt und nicht immer öffentlich laden möchte, kann man sich für sein Zuhause eine sogenannte Wallbox kaufen, so hast du die notwendige Infrastruktur direkt privat zugänglich. Zum Erwerb einer Wallbox zum Laden des Fahrzeugs gibt es weiterhin eine Förderung von 600 Euro – und das sogar unabhängig vom Kauf des E-Autos. Für eine kommunikationsfähige Wallbox als Einzelanlage in einem Mehrparteienhaus gib es 900 Euro, bei einer Gemeinschaftsanlage in Häusern mit mehreren Parteien steigt die Förderung sogar auf stattliche 1.800 Euro.

Direkt zur Förderung für Privatpersonen.

Förderung für Unternehmen

Da sich nicht zwangsläufig nur Privatpersonen für die Anschaffung eines Elektroautos interessieren, gibt es gesondert von den privat genutzten E-PKW ebenfalls eine Förderung für Unternehmen. Hierzu werden ebenfalls Vereine, konfessionelle Einrichtungen sowie öffentliche Gebietskörperschaften gezählt. Gefördert werden neue Fahrzeuge mit Elektro-, Brennstoffzellen- bzw. Plug-in-Hybrid Antrieb, sowie Range Extender entweder zur Personen- oder Güterbeförderung. Für reine E-Fahrzeuge sowie für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb gibt es 1000 Euro Förderung, für Plug-in-Hybride und Range Extender stehen 500 Euro zur Verfügung.

Wie bei der Förderung für Privatpersonen muss auch hier das Fahrzeug eine Mindestreichweite von 50 km haben, und darf einen Bruttolistenpreis von 60.000 Euro nicht übersteigen. Soll ein Fahrzeug mit E-Antrieb bzw. ein Plug-in-Hybrid gefördert werden, so muss dieser mit ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Um die Förderung zu bekommen, muss außerdem beim Händler ein E-Mobilitätsbonusanteil in Höhe von 1000 Euro bzw. 500 Euro gewährt worden sein und mit dem Hinweis „E-Mobilitätsbonusanteil“ auf der Rechnung ausgewiesen worden sein.

Direkt zur Förderung für Unternehmen.


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Prozess der Antragstellung

Um einen Antrag stellen zu können, muss man sich zuerst auf der Online-Plattform registrieren. Das ist nur möglich, solang noch Förderbudget übrig ist und kann daher auch vor Ablauf der eigentlichen Frist enden. Längstens sind Registrierungen bis 31.03.2023 möglich.

Nach der Registrierung werden die benötigten Fördermittel automatisch reserviert. Innerhalb von 36 Wochen nach der Registrierung muss dann die Lieferung, Bezahlung und Zulassung des Fahrzeugs, sowie die Antragstellung über die Online-Plattform über einen individuellen Link erfolgen. Es ist also wichtig darauf zu achten, die Registrierung erst vorzunehmen, wenn du dir sicher sein kannst, dass dein gefördertes Fahrzeug innerhalb von 36 Wochen angemeldet werden kann und du alle notwendigen Unterlagen zusammen hast!

Eine weitere Voraussetzung neben der 36 Wochen Frist ist das Rechnungsalter, welches 9 Monate nicht überschreiten darf. Bei Leasingverträgen muss außerdem der Informationstext „E-Mobilitätsbonusanteil“ ausgewiesen sein, sowie eine Depotzahlung bzw. Vorauszahlung in mindestens der Höhe der Förderung erfolgt sein. Für Unternehmen muss diese Depotzahlung mindestens 1.200 bzw. 600 Euro brutto betragen.


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Förderung je nach Bundesland

Neben der bundesweiten Umweltförderung können über viele Bundesländer weitere Förderungen zur Elektromobilität beantragt werden. Die Details zu allen österreichischen Bundesländern findest du in der folgenden Übersicht. Zusätzlich kann es sinnvoll sein sich direkt bei der eigenen Stadt oder Gemeinde zu informieren, ob es zusätzliche Förderungen gibt!

Burgenland

Das Burgenland fördert die Anschaffung von E-PKW, E-Scootern oder E-Motorrädern. Die maximale Förderungssumme variiert hierbei je nach Fahrzeug. Bei einem Elektroauto werden bis 30 %, beziehungsweise maximal 2.000 Euro der Kosten übernommen. Eine Ladeinfrastruktur wird auch bis zu 30 % gefördert, bei Ladestationen bis zu 3,7 KW mit 230 V können maximal 300 Euro gefördert werden, bei Wallboxen bis zu 3,7 KW mit 400 V sind es bis zu 500 Euro.

Förderung Burgenland

Kärnten


Es gibt zwar kein landesweites Förderungsprogramm für Elektromobilität, allerdings fördert die Stadt Villach Energieeffizienzmaßnahmen. Dazu gehören beispielsweise die Anschaffung von Elektrofahrzeugen. Die geförderte Summe variiert jedoch, da die eingegangenen Anträge nach einem Punktesystem bewertet werden und am Ende des Jahres die zur Verfügung stehende Gesamtfördersumme auf die Anträge aufgeteilt wird.

Förderung Villach

Niederösterreich


In Niederösterreich gibt es 2022 keine zusätzlichen Förderungen zur Bundesförderung.






Oberösterreich

Auch Oberösterreich verweist grundsätzlich auf die Bundesförderung Österreichs und bietet keine eigene Förderung an.

Salzburg

Das Land Salzburg bietet zusätzlich zur Umweltförderung leider keine weiteren Förderungen für Elektromobilität an.

Steiermark


In der Steiermark gibt es Förderungsprogramme einerseits für den Ausbau privater Ladestrukturen, sowie für Gemeinden, um den Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur voranzutreiben. Die Fördersummen variieren dabei.



Förderung Steiermark

Tirol


In Tirol gibt es mehrere Förderprogramme zum Themenbereich Elektromobilität. Eine noch nicht ausgeschöpfte, und daher noch laufende Förderung ist die Förderung zur vorbereitenden Infrastruktur für E-Mobilität, bei der vorbereitende Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der Wohnhaussanierungsförderung zu 25 % der förderfähigen Investitionskosten als Einmalzuschuss bzw. 35 % als Annuitätenzuschuss gefördert werden. Zudem kann man sich noch bei seinem jeweiligen Energieanbieter zu Förderungen der Ladeinfrastruktur an sich informieren, da diese vom Land Tirol selbst nicht gefördert wird.

Förderung Tirol

Vorarlberg

In Vorarlberg fördert E-PKWs des öffentlichen Interesses zur Personen- und Güterbeförderung (also z.B. Fahrzeuge für Carsharing, für den Einsatz sozialer mobiler Dienste oder Taxis). Die Anschaffung wird zu maximal 30 % gefördert und beträgt 2.500 Euro für Neuwagen sowie 1.500 Euro für Gebrauchtwagen.

Außerdem werden in Vorarlberg auch weitere Maßnahmen in Verbindung zur Elektromobilität gefördert. Darunter fallen zum Beispiel bauliche Maßnahmen sowie Elektrikerarbeiten im Gebäude. Diese werden mit bis zu 300 Euro pro erschlossenem Stellplatz, bzw. 500 Euro pro erschlossenem Carsharing Ladeplatz gefördert. Falls eine Verstärkung des Hausanschlusses notwendig ist, kann es bis zu 200 Euro zusätzlich geben. Voraussetzung ist aber, dass die betreffenden Mehrwohnungshäuser 2016 oder eher errichtet worden sein müssen, und dass aus der geförderten Ladeinfrastruktur für E-Autos am Ende nur Strom aus erneuerbaren Energien abgegeben werden darf.

Förderung Vorarlberg

Wien

Über die Bundesförderung hinaus fördert die Stadt Wien materielle und immaterielle Leistungen zur Reduktion des Energieverbrauchs privater Mobilität. Darunter fallen zum Beispiel die Vorbereitungen für Wallboxen (jedoch nicht die Wallboxen an sich, da diese von der Bundesförderung abgedeckt sind), Sharing-Hardware oder die Anmietung von Parkflächen. Gefördert werden bei immateriellen Leistungen maximal 50 % der Gesamtkosten, bei materiellen Leistungen sind es maximal 30 % der Gesamtkosten. Pro Projekt werden jedoch nicht mehr als 200.000 Euro gefördert.

Förderung Wien

Häufig gestellte Fragen

Es gibt sowohl Förderung vom Bund als auch von den Bundesländern. Wie genau die Förderung aussieht, erfährst du in unserem Artikel.

Ja, nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen können Förderungen vom Bund bekommen.

Über die Autorin:

Birte ist seit 2021 Redakteurin bei emiwa und unsere Expertin für den hauseigenen Ratgeber. Sie begeistert sich für nachhaltige Mobilitätslösungen, studiert Publizistik im Master und schreibt die Ratgebertexte am liebsten in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser.

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